Freitag, 30. November 2018 | 18 Uhr

„ … nach dem nördlichen Eismeer zu sehe ich noch eine kleine Tür.“

Schiffswege von Künstlern und Literaten ins Exil (1933–1941)
Ausstellungseröffnung
Kunstmuseum Ahrenshoop

Von den Nationalsozialisten verfolgt, verließen sie ihre Heimat Richtung Palästina, nach England, Skandinavien, in die USA oder nach Südamerika: Künstler und Literaturschaffende, unter ihnen George Grosz und Tisa von der Schulenburg, Else Lasker-Schüler, Lea Grundig, Mascha Kaléko, Oscar Zügel, Bert Brecht und Helene Weigel, Arnold und Beatrice Zweig sowie nicht zuletzt Anna Seghers. Fast alle reisten vor 1933 zur Sommerfrische an die mecklenburgische und pommersche Ostseeküste. Oder weilten später in Ahrenshoop.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen folgende Fragen, die in der Exil-Forschung bislang eher vernachlässigt wurden: Auf welchen Schiffen und von welchen Häfen aus traten die Gefährdeten ihre Reisen ins Ungewisse an? Wer half ihnen bei der Beschaffung von Pässen, Visa und Schiffstickets? Wo gab es finanzielle Unterstützung? Wie verliefen die Überfahrten? Historischen Ansichten der jeweiligen Schiffe, Abfahrts- und Ankunftshäfen sollen die Schiffswege (legale wie illegale, gelungene wie tragisch gescheiterte) skizzieren – ergänzt von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Romanpassagen, Gedichten, deren Motive und Themen Einblicke in das jeweilige Exilschicksal gewähren. Dabei werden ausgewählte Werke erstmals öffentlich präsentiert.

Ab 1.Dezember 2018 außerdem bei uns zu sehen: „In dunkler Zeit. Kunst von 1933 bis 1944 aus der Sammlung Kunstmuseum Ahrenshoop“.