Ihr denkt, wir waren anders. Fotografien aus Ost und West von 1945 bis 1989

20. Juni - 20. September 2026

Sonderausstellung

Erstmals präsentiert das Kunstmuseum ein Projekt der künstlerischen Fotografie.

Mit dieser Bildersammlung aus den Zeiten der deutsch-deutschen Teilung meldet sich in einem zunehmend polarisierenden Diskurs über Ost und West eine versöhnliche Stimme zu Wort. Die in Chemnitz geborene und aufgewachsene und seit Jahrzehnten in Hamburg lebende Kuratorin und Journalistin Petra Göllnitz hat mehr als 200 berühmte wie unbekannte Fotografien zusammengefügt, die in Summe vor allem eines dokumentieren. Nämlich wie ähnlich sich die Menschen im Westen und Osten trotz Stacheldraht und Mauer waren (und sind).

Die Ausstellung handelt von Unterschieden, Überschneidungen, Übergängen und Zusammenhängen zwischen deutschen Biografien östlich und westlich der einstigen innerdeutschen Grenze. Ein hochemotionaler, oft humorvolle Charakter prägt die Bilderzählung insgesamt – ein kraftvoller Beitrag zum aktuellen Gesellschaftsdiskurs.

Es ist eine Zeitreise voller Humor, Menschlichkeit und ein bisschen Melancholie.

Den Besucher erwartet ein visueller Trip in den für ihn jeweils unbekannten Teil des Landes. Die Fotos und Themen erheben keinen historischen Anspruch und auch keinen auf Vollständigkeit. Sie geben aber unerwartete und skurrile Einblicke in das Leben von Bundes- und DDR-Bürgern. Ein gesamtdeutsches Kaleidoskop.

Eröffnung: Sonnabend, 20. Juni 2026 um 18:30 Uhr

Erasmus Schröter, Mode mit Tschaika
Volker Krämer, Empfang eines Düsseldorfer Unternehmerinnen-Verbands, 1965
Barbara Klemm, Trapezkünstlerinnen Rostock

Über die Kuratorin Petra Göllnitz

Petra Göllnitz spaziert in diesem Buch wie im Leben zwischen Ost und West. Und das seit Jahrzehnten. Sie wuchs in Chemnitz auf, studierte nach dem Abitur Kulturwissenschaft, arbeitete als Veranstalterin, für Dokumentarfilmer und das Kultur-Magazin “Das Magazin” in Ost-Berlin. Ihr Fokus, Interesse und Passion schon damals: die Fotografie. Unmittelbar nach dem Mauerfall zog es sie nach Hamburg zu “Geo” und kurze Zeit später zum “stern” im selben Verlag. Für den “stern”, seinerzeit auflagenstärkstes Magazin Europas, arbeitete Göllnitz drei Jahrzehnte lang als Bildredakteurin. Sie betreute Fotografen und die legendären Farbstrecken im Heft.

2019 machte sie sich selbständig und ist unter anderem als Kuratorin für Ausstellungen und Fotoprojekte (“Der große Schwof”) tätig. Ihre bunte und bewegte Biografie erklärt also ihren Blick sowohl für den Osten als auch für den Westen. Beides war und ist Heimat für sie. Göllnitz lebt in Hamburg, verbringt aber nach wie vor viel Zeit im Osten, vor allem in ihrem Garten in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Ausstellung wird außerdem unterstützt von Dr. Beate und Prof. Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, von Die Beginen e. V. Rostock sowie von

Zur Ausstellung erscheint im Kehrer Verlag ein umfangreiches Buch mit Texten von Annett Gröschner, Christoph Tannert, Hans-Hermann Klare und Petra Göllnitz.

Der Ausstellungskatalog stellt Aufnahmen aus den Jahren 1945 bis 1989 in direkten Dialog. In diesem spannungsvollen Nebeneinander entfaltet sich ein visueller Austausch über Kindheit und Jugend, Arbeits- und Lebenswelten, Protest, Politik, Mode und Alltag. Jede Fotografie aus dem Osten trifft auf ihr Gegenüber im Westen, was überraschende Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar werden lässt. Die Bildfolge erzählt von den Entbehrungen der Nachkriegszeit, den Aufbaujahren und dem wiedererwachenden Temperament der Gesellschaft. Sie lässt ebenso das Trauma der Teilung spürbar werden wie Restriktionen und Formen von Freiheit auf beiden Seiten der Mauer. Was entsteht, ist kein konkurrierender Vergleich, sondern ein ungewöhnlich unterhaltsamer, künstlerischer und biografischer Resonanzraum.

Das Buch wird finanziert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit Hilfe des PS-Lotterie-Sparens. Es ist ab Juni 2026 im Buchhandel und im Kunstmuseum Ahrenshoop erhältlich.

Öffnungszeiten

heute 11 – 18 Uhr

Ausstellungen

Künstlerkolonie und klassische Moderne in Ahrenshoop

Paco Knöller – Es atmet blau

jeden Freitag | 14 Uhr

Führung durch die Ausstellung

Pfingstsonntag und -montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

 

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