06.06 | 19.30 Uhr

Gauguin – Ich bin ein Wilder

Dokumentation, 52 min, Marie-Christine Courtès, arte F 2018
Filmclub
Kunstmuseum Ahrenshoop

Paul Gauguin, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne gilt, arbeitete zunächst erfolgreich als Börsenmakler in Paris. Als ihm das enge Familienleben und die Scheinheiligkeit der bürgerlichen Gesellschaft unerträglich wurden, verließ der postimpressionistische Maler Frau und Kinder, um sich ganz seiner Kunst zu widmen. Erst zog es ihn in die Bretagne, wo er gemeinsam mit seinem Schüler Emile Bernard den Stil des Synthetismus erarbeitete. Schließlich wanderte er nach Polynesien aus. Gauguin träumte vom Leben eines »Wilden« in der reinen, üppigen und schönen Welt der indigenen Völker, deren ursprünglicher Lebensstil ihm von modernen Verirrungen und christlichen Tabus unberührt erschien. Doch bei seiner Ankunft am anderen Ende der Welt musste er feststellen, dass die ersehnte Ursprünglichkeit auch hier längst verloren war. Also erfand er sie kurzerhand neu ... Diese Dokumentation zeigt die schmerzhafte Diskrepanz zwischen einer Gauguin enttäuschenden Realität und seinem geradezu existenziellen Drang, durch seine Kunst eine ideale Welt zu schaffen. Sie beginnt mit einem Vorgriff auf Gauguins Todesnacht vom 7. auf den 8. Mai 1903 und schildert dann Leben und Laufbahn des Malers anhand von Archivmaterial und einer Vielzahl seiner Gemälde. Animierte Sequenzen veranschaulichen die Obsessionen des Künstlers, seine Fantasien und ästhetischen Inspirationen und rücken sie in Zusammenhang mit seinen Werken.