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Neue Ausstellungen des Kunstmuseums Ahrenshoop im Jubiläumsjahr der Künstlerkolonie:

Licht, Luft, Freiheit - 125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop

25.3. – 8.10.2017, Eröffnung am 25.3., 11 Uhr

Vor 125 Jahren bauten die ersten Künstler ihre Sommerhäuser in Ahrenshoop. Dem vorausgegangen war die durch Paul Müller-Kaempffs publizierte Erinnerungen der 1920er Jahre legendär gewordene Wanderung über das Fischland, die er mit seinem Malerfreund Oskar Frenzel 1889 unternahm und die den beiden überraschten Künstlern vom Hohen Ufer aus ihren Sehnsuchtsort in verklärtem Licht vor das erwartungsvolle Auge brachte. Von 1892 bis 1897 gab es eine Ansiedlungswelle von Künstlern in Ahrenshoop. Nach Anna Gerresheim und Paul Müller-Kaempff, die die ersten waren, bauten Friedrich Wachenhusen, Friedrich Grebe, Elisabeth von Eicken, Hugo Richter-Lefensdorf und Martin Körte ihre Häuser in dem Dorf und machten Ahrenshoop zu ihrem Schaffensmittelpunkt. Weitere Maler wie Heinrich Schlotermann, später auch Theobald Schorn und Franz Triebsch kamen hinzu. Die Künstler veränderten den Ort und legten durch ihr Wirken die Grundlagen für das hohe touristische Interesse, das Ahrenshoop seitdem genießt.
Die Künstlerkolonie Ahrenshoop war keine eingeschworene Gemeinschaft. Trotzdem gab es Freundschaften zwischen den Malern, die auf Kontakte außerhalb von Ahrenshoop zurückgehen – zumeist in Berlin, aber auch in Weimar, München, Karlsruhe und nicht zuletzt in Schwerin. Von dort aus kam der erste Künstler, der nachweislich in Ahrenshoop gemalt hat auf das Fischland: Carl Malchin. Er war nicht der einzige, der lange vor der Gründung der Künstlerkolonie am Ort gewesen ist.
Die Jubiläumsausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop zeigt die Künstlerkolonie als ein offenes, bewegliches Phänomen: mit einigen ihrer wichtigsten Vorläufer und Gäste und natürlich mit den Hauptakteuren vor Ort. Das künstlerische Erbe der Kolonie besteht in Werken der Landschaftsmalerei, doch ein paar Porträts und Darstellungen von Innenräumen in den Ahrenshooper Häusern gehören ebenfalls dazu. Kunsthistorisch stehen die Werke in der Nachfolge der Freilichtmaler von Barbizon und der Weimarer Malerschule, deren Beispiel im späteren 19. Jahrhundert auch die großen Kunstakademien erreichte. Der scheinbar unberührte Landschaftsraum an der Ostsee war schon damals, was er heute noch ist: ein Sehnsuchtsziel für Menschen, die den Folgen der Naturzerstörung zu entfliehen und der Herrschaftsphantasie des Menschen über die Natur ein Ideal des Einklangs mit ihr entgegenzusetzen versuchten.
Die ca. 90 Werke, die gezeigt werden, kommen aus den Sammlungen des Kunstmuseums, der Gemeinde und des Förderkreises Ahrenshoop, zu einem großen Teil aber auch aus anderen Museumssammlungen in Oldenburg, Schwerin und Rostock sowie aus privatem Besitz. Es erscheint ein Katalog mit 88 Seiten Umfang und vielen Abbildungen.  
Die Jubiläumsausstellung wird großzügig gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft.

Anna Gerresheim
(1852 - 1921)
Kälbchen auf Darßer Wiesen, 1906
Öl auf Pappe, 68 x 81 cm
Privatbesitz
Anna Gerresheim (1852 - 1921) Kälbchen auf Darßer Wiesen, 1906 Öl auf Pappe, 68 x 81 cm Privatbesitz
Elisabeth von Eicken
(1862-1940)
Herbstlicher Birkenweg in den Darss, um 1900
Öl auf Leinwand, 68 x 100 cm
Privatbesitz
Elisabeth von Eicken (1862-1940) Herbstlicher Birkenweg in den Darss, um 1900 Öl auf Leinwand, 68 x 100 cm Privatbesitz
Friedrich Grebe
(1850 - 1924)
Schafe am alten Backofen (Schifferberg Ahrenshoop), o. J.
Öl auf Holz, 40 x 60 cm
Privatbesitz
Friedrich Grebe (1850 - 1924) Schafe am alten Backofen (Schifferberg Ahrenshoop), o. J. Öl auf Holz, 40 x 60 cm Privatbesitz
Friedrich Wachenhusen
(1859 - 1925)
Einsame Dünenlandschaft, um 1900
Öl auf Leinwand, 66 x 100 cm
Privatbesitz
Friedrich Wachenhusen (1859 - 1925) Einsame Dünenlandschaft, um 1900 Öl auf Leinwand, 66 x 100 cm Privatbesitz
Hugo Richter-Lefensdorf
(1854 - 1904)
Im Schutze der Dünen, um 1895
Öl auf Leinwand, 33,5 x 46 cm
Privatbesitz
Hugo Richter-Lefensdorf (1854 - 1904) Im Schutze der Dünen, um 1895 Öl auf Leinwand, 33,5 x 46 cm Privatbesitz
Karl Lorenz Rettich
(1841-1904)
Blick auf den Grenzweg und das Hohe Ufer (Ahrenshoop), 1892
Öl auf Leinwand, 28,5 x 46 cm
Privatbesitz
Karl Lorenz Rettich (1841-1904) Blick auf den Grenzweg und das Hohe Ufer (Ahrenshoop), 1892 Öl auf Leinwand, 28,5 x 46 cm Privatbesitz
Martin Körte
(1857-1929)
Blick in den Wintergarten des Ahrenshooper Hauses Dorfstraße 26, nach 1897
Öl auf Leinwand, 63 x 82,5 cm
Privatbesitz
Martin Körte (1857-1929) Blick in den Wintergarten des Ahrenshooper Hauses Dorfstraße 26, nach 1897 Öl auf Leinwand, 63 x 82,5 cm Privatbesitz
Paul Müller-Kaempff
(1861 - 1941)
Weiter Blick über das Dorf Ahrenshoop mit Ziegenhirten und Fischern, 1890
Öl auf Leinwand, 70 x 118 cm
Privatbesitz
Paul Müller-Kaempff (1861 - 1941) Weiter Blick über das Dorf Ahrenshoop mit Ziegenhirten und Fischern, 1890 Öl auf Leinwand, 70 x 118 cm Privatbesitz
 
 

Klassische Moderne in Ahrenshoop

25.3. – 9.7.2017, Eröffnung am 25.3., 11 Uhr

Die Jubiläumsschau zur ersten Generation der Künstlerkolonie Ahrenshoop wird durch einen Zusammenstellung von Arbeiten solcher Künstler ergänzt, die nach 1900 in Ahrenshoop und seinen Nachbardörfern wirkten und dabei neue, modernere Kunstauffassungen vertraten. Das Spektrum reicht von expressionistischen Werken zu Werken im Geiste des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit in vielen interessanten Facetten. Der Fokus liegt auf Darstellungen aus Ahrenshoop und Wustrow: Anders als sonst in der Sammlungspräsentation des Museums sind Motive von der Insel Hiddensee diesmal nicht vertreten. Auch in diesem Ausstellungsteil gibt es interessante Neuentdeckungen: So ist erstmals eine Gemälde des Corinth-Schülers Rudolf Sieger (1867–1925) zu sehen, das früher im Besitz des Rostocker Hinstorff-Verlegers Peter Erichson war und den Garten seines Hauses am Schifferberg 10 zeigt – jener Villa, die Friedrich Wachenhusen in den 1890er Jahren erbaut hatte. Neben Künstlern, die in Ahrenshoop, Althagen, Niehagen und Wustrow lebten – wie Dora Koch-Stetter, Alfred Partikel, Gerhard Marcks, Hans Brass, Hans-Emil Oberländer, Hedwig Woermann, Hedwig Holtz-Sommer – sind Malgäste vertreten, die zumeist auch im Haus von Peter Erichson ein und aus gingen: darunter Bruno Gimpel, Dörte Helm und Egon Tschirch.

Alfred Partikel
(1888 - 1945)
Blick aus dem Atelierfenster in Ahrenshoop, um 1935
Öl auf Holz, 50 x 79,8 cm
Privatbesitz
Alfred Partikel (1888 - 1945) Blick aus dem Atelierfenster in Ahrenshoop, um 1935 Öl auf Holz, 50 x 79,8 cm Privatbesitz
Dörte Helm
(1898 - 1941)
Bauernhäuser am Wasser, 1925
Pastell, 31,5 x 41,5 cm
Privatbesitz
Dörte Helm (1898 - 1941) Bauernhäuser am Wasser, 1925 Pastell, 31,5 x 41,5 cm Privatbesitz

Egon Tschirch: Das Hohelied Salomos

25.3. – 9.7.2017, Eröffnung am 25.3., 11 Uhr

Mit dem expressionistischen Bildzyklus „Das Hohelied Salomos“ des Rostocker Malers Egon Tschirch (1889-1948), der erst 2015 in rheinländischem Privatbesitz wiederentdeckt wurde, präsentiert das Kunstmuseum Ahrenshoop eine kleine kunsthistorische Sensation.
In den 1920er Jahren erregte der damals noch sehr experimentierfreudige Tschirch, einst Gründungsmitglied der avantgardistischen „Vereinigung Rostocker Künstler“, beim Mecklenburger Publikum mit seinen farbkräftigen, dynamisch komponierten Arbeiten heftige Reaktionen. Sein ganz eigener Stil, in dem der Maler mit den Grundfarben Gelb, Rot und Blau auf knappe Art, aber erstaunlich überzeugend die Phänomene von Licht und Schatten, Wärme und Kälte in der Natur auf den Punkt zu bringen vermochte, trug ihm Zorn und Bewunderung ein. Tschirch gestaltete mit Vorliebe Motive von der Küste. Als junger, doch schon prominenter Künstler gehörte er zum Freundeskreis des Hinstorff-Verlegers und Kunstmäzens Peter Erichson und dessen in Ahrenshoop lebender Gefährtin Line Ristow, war also auch in der ehemaligen Künstlerkolonie zugegen.
Das Hohelied Salomos wurde für Egon Tschirch bereits um das Jahr 1913 zum Thema. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnehmen musste, setzte er sich weiter damit auseinander. Die Idee, ein religiöses Thema zu gestalten, bei dem Naturkraft, Sinnlichkeit und Geist zusammenwirken und Erlösung bringen, ist bezeichnend für die Jahre nach dem Kriegsinferno. Willy Jaeckels visionäres Radierwerk zur Bibel bildete in den frühen 1920ern die bedeutendste Parallele zu dem Bildzyklus von Tschirch. Nachdem die Arbeiten zum „Hohelied“ 1923 und 1924 in vielbeachteten Ausstellungen in Rostock und Schwerin zu sehen waren, gingen sie in Privatbesitz über und verschwanden irgendwann in einem Berliner Keller unweit des Kurfürstendamms. Sie gerieten in Vergessenheit und wurden 2008 eher zufällig vor der Entsorgung bewahrt. Ein Rostocker Arzt entdeckte sie 2015 bei Recherchen zu Egon Tschirch und ermöglichte durch die Weitergabe seiner Entdeckung, dass sie nun wieder öffentlich zu sehen sind.

Egon Tschirch
(1889-1948)
Das Hohelied Salomos, 1923 (Blatt 2)
Wasserfarbe auf Papier, 45 x 65 cm
Privatbesitz
Egon Tschirch (1889-1948) Das Hohelied Salomos, 1923 (Blatt 2) Wasserfarbe auf Papier, 45 x 65 cm Privatbesitz

Morgner am Meer

26.3. – 9.7.2017, Eröffnung am 25.3., 18 Uhr

Michael Morgner (*1942), in Chemnitz geboren, ist Sachse und in der Landschaft des Erzgebirges zu Hause. Doch von Jugend auf verbindet sich für ihn der Sommer mit der Ostsee – wie für viele junge Menschen, die im Krieg geboren sind und in zerstörten Städten ihre ersten eigenen Gedanken fassten. Unter denen, die in der DDR aufgewachsen und ausgebildet worden sind, repräsentiert Michael Morgner eine eigenständige Position, die über weite Strecken seines Schaffens von einer ausgeprägten Protesthaltung zeugt. Aus der „Leipziger Schule“ hervorgegangen, hat sein Werk so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit den Leipzigern. Mit seinen Karl-Marx-Städter Freunden Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft und Gregor-Torsten Schade gründete Morgner 1977 die Produzentengalerie CLARA MOSCH, die mit spektakulären Aktionen hervortrat und das Ministerium für Staatssicherheit veranlasste, gegen die Gruppe vorzugehen. Schon seit den frühen 1970er Jahren nahm Michael Morgner an Pleinairs an der Ostsee teil, wobei er sich auch dort als Aktionskünstler hervortat. In Ahrenshoop war er erstmals 1975, ab 1978 bis ins Jahr 2014 dann jährlich in seinem Stammquartier bei der Familie Weiß in der Dorfstraße 28.
Morgners Bildwerke haben häufig sehr große Formate und entstehen auch jetzt noch mit erheblichem physischem Einsatz. Dabei spielt Wasser eine große Rolle. Er baut das Bild zunächst aus vielen Schichten aus Papier und schwarzer Tusche auf der Leinwand auf, um es in seiner gültigen Form sodann in einem langwierigen Prozess der „Décollage“ aus dem gänzlich schwarzen Endzustand wieder herauszuschälen und herauszuwaschen. Die Idee für diese Methode kam ihm am Strand von Ahrenshoop. Am Strand hat Morgner seine menschlichen Figurenzeichen gefunden und das ikonografische Programm seiner Kunst entwickelt. Das zeigt sich in der Fülle seiner Zeichnungen von der Ostsee, die in der Ahrenshooper Ausstellung erstmals umfangreich und im Zusammenhang mit Schlüsselwerken seiner Malerei gezeigt werden. Es geht darin um Grundfragen der Existenz: um das gebrochene Verhältnis des Menschen zur Natur, um zwischenmenschliche Verbundenheit und ihre Gefährdung, um Freiheitsdrang, Sehnsucht und Gewalt in ihren verschiedenen Formen.
Anlass für die Ausstellung ist der 75. Geburtstag Michael Morgners im April 2017. Es erscheint ein repräsentativer Katalog. Das Projekt wird großzügig gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft, die mit der Förderung der Ausstellung auch einen Ankauf von zwölf Handzeichnungen Morgners für das Kunstmuseum Ahrenshoop verband.

Michael Morgner (*1942)
Einsamkeit – Ahrenshoop, 1989
Pinsel, Tusche, Lavage, 35,6 x 47,8 cm
2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop
Michael Morgner (*1942) Einsamkeit – Ahrenshoop, 1989 Pinsel, Tusche, Lavage, 35,6 x 47,8 cm 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für
Michael Morgner (*1942)
Liegende am Meer – Ahrenshoop, 1990
Pinsel, Tusche, Lavage; 24 x 36 cm
Besitz des Künstlers
Michael Morgner (*1942) Liegende am Meer – Ahrenshoop, 1990 Pinsel, Tusche, Lavage; 24 x 36 cm Besitz des Künstlers
Michael Morgner (*1942)
Mann am Meer – Ahrenshoop, 1985
Pinsel, Tusche, Lavage; 32 x 24 cm
2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop
Michael Morgner (*1942) Mann am Meer – Ahrenshoop, 1985 Pinsel, Tusche, Lavage; 32 x 24 cm 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für d
Michael Morgner (*1942)
Weide vor Gewitter, 1974
Feder, Tusche; 36 x 48 cm
2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop
Michael Morgner (*1942) Weide vor Gewitter, 1974 Feder, Tusche; 36 x 48 cm 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahr

Ausblick: Ikemura und Nolde

15.7. bis 8.10.2017, Eröffnung am 14.7., 18 Uhr

Leiko Ikemura (*1951) ist in Japan geboren und lebt seit vielen Jahren in Deutschland und in der Schweiz. Nach einem Studium der spanischen Literatur war sie schon 1972 nach Spanien ausgewandert, wo sie von 1973 bis 1978 in Sevilla Malerei studierte. Sie siedelte anschließend in die Schweiz über und fasste von dort aus auch in Deutschland Fuß. Auf Einladung der Stadt Nürnberg betätigte sie sich 1983 neun Monate als Stadtzeichnerin und zeigte ihre Arbeiten danach in einer viel beachteten Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen machten sie international bekannt. 1991 wurde Leiko Ikemura an die Universität der Künste in Berlin berufen, wo sie mehr als zwei Jahrzehnte lang als Professorin wirkte.
Leiko Ikemura setzt sich intensiv mit künstlerischen Positionen der klassischen Moderne in Europa auseinander, darunter mit der Kunst Odilon Redons und Emil Noldes. Es gibt in ihrem Werk bemerkenswerte Parallelen zu Themen und Motiven Emil Noldes, die sich nicht auf den ersten Blick zeigen und die die Künstlerin auch nicht bewusst verfolgt. Diese sind umso komplexer, als sie mit der Relevanz des europäischen Umfeldes für die Werke Ikemuras ebenso zu tun haben wie mit einem permanenten Echo ihrer japanischen Herkunft. Die Ausstellung in Ahrenshoop geht einigen Aspekten dieser Affinität nach.
Das Projekt kommt im Rahmen einer Kooperation mit der Nolde-Stiftung Seebüll zustande und ist Teil eines weiter greifenden Programms aus Ausstellungen und Veranstaltungen, die, angeregt von der Nolde-Stiftung, aus Anlass des 150. Geburtstages von Emil Nolde 2017 in mehreren Museen Norddeutschlands und Dänemarks stattfinden. Unter der gemeinsamen Überschrift „Nolde im Norden“ arbeiten die betreffenden Institutionen – darunter das Schleswig Holsteinische Landesmuseum Schloss Gottorf, die Lübecker Museen, die Kunsthalle zu Kiel und das Kunstmuseum Ahrenshoop – zusammen.

Leiko Ikemura
(*1951)
Memento mori, 2013
Patinierte Bronze, ca. 38 x 135 x 38 cm
Besitz der Künstlerin
Leiko Ikemura (*1951) Memento mori, 2013 Patinierte Bronze, ca. 38 x 135 x 38 cm Besitz der Künstlerin
Logo der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Nolde im Norden"
Logo der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Nolde im Norden"

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