Licht, Luft, Freiheit
Paul Müller-Kaempff | Weiter Blick über das Dorf Ahrenshoop (Ausschnitt) | Privatbesitz
Samstag, 25. März, um 11 Uhr

Licht, Luft, Freiheit

125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop
Ausstellungseröffnung
Ostseebad Ahrenshoop

Vor 125 Jahren bauten die ersten Künstler ihre Sommerhäuser in Ahrenshoop. Dem vorausgegangen war die durch Paul Müller-Kaempffs publizierte Erinnerungen der 1920er Jahre legendär gewordene Wanderung über das Fischland, die er mit seinem Malerfreund Oskar Frenzel 1889 unternahm und die den beiden überraschten Künstlern vom Hohen Ufer aus ihren Sehnsuchtsort in verklärtem Licht vor das erwartungsvolle Auge brachte. Von 1892 bis 1897 gab es eine Ansiedlungswelle von Künstlern in Ahrenshoop. Nach Anna Gerresheim und Paul Müller-Kaempff, die die ersten waren, bauten Friedrich Wachenhusen, Friedrich Grebe, Elisabeth von Eicken, Hugo Richter-Lefensdorf und Martin Körte ihre Häuser in dem Dorf und machten Ahrenshoop zu ihrem Schaffensmittelpunkt. Weitere Maler wie Heinrich Schlotermann, später auch Theobald Schorn und Franz Triebsch kamen hinzu. Die Künstler veränderten den Ort und legten durch ihr Wirken die Grundlagen für das hohe touristische Interesse, das Ahrenshoop seitdem genießt.

Die Künstlerkolonie Ahrenshoop war keine eingeschworene Gemeinschaft. Trotzdem gab es Freundschaften zwischen den Malern, die auf Kontakte außerhalb von Ahrenshoop zurückgehen – zumeist in Berlin, aber auch in Weimar, München, Karlsruhe und nicht zuletzt in Schwerin. Von dort aus kam der erste Künstler, der nachweislich in Ahrenshoop gemalt hat auf das Fischland: Carl Malchin. Er war nicht der einzige, der lange vor der Gründung der Künstlerkolonie am Ort gewesen ist.

Die Jubiläumsausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop zeigt die Künstlerkolonie als ein offenes, bewegliches Phänomen: mit einigen ihrer wichtigsten Vorläufer und Gäste und natürlich mit den Hauptakteuren vor Ort. Das künstlerische Erbe der Kolonie besteht in Werken der Landschaftsmalerei, doch ein paar Porträts und Darstellungen von Innenräumen in den Ahrenshooper Häusern gehören ebenfalls dazu. Kunsthistorisch stehen die Werke in der Nachfolge der Freilichtmaler von Barbizon und der Weimarer Malerschule, deren Beispiel im späteren 19. Jahrhundert auch die großen Kunstakademien erreichte. Der scheinbar unberührte Landschaftsraum an der Ostsee war schon damals, was er heute noch ist: ein Sehnsuchtsziel für Menschen, die den Folgen der Naturzerstörung zu entfliehen und der Herrschaftsphantasie des Menschen über die Natur ein Ideal des Einklangs mit ihr entgegenzusetzen versuchten.

Die ca. 90 Werke, die gezeigt werden, kommen aus den Sammlungen des Kunstmuseums, der Gemeinde und des Förderkreises Ahrenshoop, zu einem großen Teil aber auch aus anderen Museumssammlungen in Oldenburg, Schwerin und Rostock sowie aus privatem Besitz. Es erscheint ein Katalog mit 88 Seiten Umfang und vielen Abbildungen. 

Die Jubiläumsausstellung wird großzügig gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft.