Ausstellungen im Fischlandhaus Wustrow

Die Galerie im FISCHLANDHAUS Wustrow befindet sich in den Räumen eines denkmalgeschützten Hochdielenhauses aus dem 18. Jahrhundert, das im Jahr 2010 umfangreich saniert und durch einen Veranstaltungsraum ergänzt wurde. In den Galerieräumen finden regulär drei Ausstellungen pro Jahr statt, ergänzt durch regelmäßige Konzerte und Lesungen. Die Ausstellungen entstehen in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

Adresse: FISCHLANDHAUS Wustrow, Neue Straße 38, 18347 Ostseebad Wustrow, Tel. 038220 80465


Dietrich Becker – Raum aus Farbe. Malerei

8. April bis 11. Juni 2017

Eröffnung: Freitag, 7. April, um 18 Uhr

Ab dem 8. April sind in der Frühjahrsausstellung im Fischlandhaus Wustrow Werke des in Bastorf bei Kühlungsborn lebenden Malers Dietrich Becker zu sehen. Die Motivwelt der gezeigten Arbeiten ist einfach und überwiegend hiesig: Landschaften aus Mecklenburg und Vorpommern, ein paar Badeszenen und Reisebilder, Stillleben und Porträts. Ihr malerischer Auftritt ist kraftvoll und dicht: Man spürt deutlich, dass der Kampf und die Erfahrung eines Lebenswerkes darin stecken.

Dietrich Becker wurde 1940 in Cammin/Pommern geboren und ging den Weg zum Maler seit seinem Studium der Landwirtschaft an der Universität Rostock 1958-1964 im Wesentlichen autodidaktisch. Freundschaftliche Beziehungen zu bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern der Region - wie dem Usedomer Otto Niemeyer-Holstein und der Rostockerin Kate Diehn-Bitt – kamen ihm dabei zugute. Seit 1966 lebt er als freiberuflicher Maler. Bereits mit seinen frühesten Arbeiten bezog Dietrich Becker eine autonome Position, die, ohne spektakulär zu sein, dem künstlerischen Hauptstrom in der damaligen DDR zuwider lief. Konsequent entzog er sich allen doktrinären Ansprüchen, wie sie insbesondere mit den öffentlichen Aufträgen verbunden waren, die an ihn herangetragen wurden – eine der Ursachen dafür, dass er als Maler in der DDR nur wenig Reputation erlangte.

Seine kulturpolitischen Aktivitäten als Ausstellungsmacher in der Kühlungsborner Galerie unter den Kolonnaden wie auch im regionalen Fachverband bildender Künstler waren darauf gerichtet, am Rande des etablierten Kulturbetriebes Nischen und Freiräume für authentische Kunstäußerungen zu erschließen.

Die Kunst Dietrich Beckers zeigt von Anfang an eine unverwechselbare Handschrift. Sie lebt von dem tiefen Interesse des Malers an den Gegenständen und Ereignissen seiner nächsten Umgebung – sei es die des privaten Hauses und der heimatlichen Landschaft mit den darin handelnden Personen oder die auf seinen zahlreichen Reisen in Europa und Übersee schon seit der Mitte der 1980er Jahre erfahrene. Ein aus intensivem Naturstudium hervorgehendes Bildgedächtnis ist die Quelle seiner malerischen Formulierungen, welche ausnahmslos im Atelier entstehen. Sie sind in eine zeichenhaft bündige Bildsprache gefasst, deren starke Emotionalität von einer expressiven Farbigkeit unterstützt wird. Der Raum im Bild baut sich aus Farben auf, die in einem oft über Jahre andauernden Schaffensprozess nach und nach übereinander gelegt werden. Ein hoher Grad an farblicher Dichte entsteht und wird als Raumerlebnis spürbar. Anregungen für seine malerische Haltung findet Dietrich Becker in der klassischen Moderne, vor allem aber in der Volkskunst der von ihm bereisten Länder und Kontinente.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

Dietrich Becker (*1940) | Strand | 1982 | Öl auf Hartfaser | 77 x 62 cm | Privatbesitz
Dietrich Becker (*1940) | Strand | 1982 | Öl auf Hartfaser | 77 x 62 cm | Privatbesitz

24. Oktober 2016 – 2. April 2017 | Fischlandhaus Wustrow

Erhard und Sibylle Naumann – Malerei, Zeichnung, Skulptur

Erhard Naumann | Am Meer | um 1950 | Öl / Leinwand | 97,5 x 74 cm | Sammlung Kunstmuseum Ahrenshoop

Öffnungszeiten:
Mo, Di
Do
Fr–So und Feiertage

  


10–12 u. 14–17 Uhr
10–12 u. 14–18 Uhr
11–16 Uhr

22.–24.12.2016geschlossen

 

Eröffnung 
Sonntag, dem 23. Oktober 2016, 15 Uhr

 

Einführung
Dr. Katrin Arrieta, Kunstmuseum Ahrenshoop

 

Die diesjährige Winterausstellung im Fischlandhaus vereint künstlerische Arbeiten von Erhard Naumann (1918-1991) und Sibylle Naumann (*1926). Das Künstlerehepaar lebte und wirkte lange Zeit in Halle an der Saale. An der Kunsthochschule Burg Giebichenstein lernten Erhard und Sibylle Naumann sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Studierende kennen. Er war Student der Malerei u. a. bei Erwin Hahs, sie Studentin der Bildhauerei u. a. bei Gustav Weidanz. Mit Ulrich Knispel, damals Lehrer im Grundstudium an der „Burg“, reisten sie zum Naturstudium nach Ahrenshoop. Von Erhard Naumann haben sich Arbeiten aus jenem bedeutungsschweren Jahr 1951 erhalten, das durch die sogenannte Knispel-Affäre in die Ahrenshooper Geschichte einging, das aber ebenso auch Teil der Geschichte der Burg Giebichenstein geworden ist. Eine Ausstellung studentischer Arbeiten in der Bunten Stube in Ahrenshoop veranlasste im Sommer 1951 den SED-Kulturfunktionär Wilhelm Girnus, der im „Bad der Kulturschaffenden“ seinen Urlaub verbrachte, zu einem Hetzartikel in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ mit der Überschrift: „Lebensfeindliche Kunstdiktatur in Giebichenstein. Ein Ferienbrief aus Ahrenshoop“. Girnus brandmarkte darin die ausgestellten Studien von Strandgut und anderen harmlosen Gegenständen als Auswüchse einer „amerikanischen Fäulnisideologie“ und forderte Abhilfe. In der Folge wurde der Burg Giebichenstein der Hochschulstatus entzogen, Prof. Hahs in den Ruhestand versetzt und Ulrich Knispel aus seinem Lehramt entlassen. Knispel und andere damals junge Künstler gingen in den Westen, die Hallenser Kunstszene blutete aus.


Erhard und Sibylle Naumann blieben in Halle. Als Vater von vier Kindern schränkte Erhard Naumann die Malerei schon bald zugunsten einer ihn erfüllenden Tätigkeit als Restaurator weitgehend ein. Auch Sibylle Naumann war als Mutter der vier Kinder nur noch wenig künstlerisch tätig. Dennoch gibt es Arbeiten aus verschiedenen Zeiten, die sich im jetzigen Wohnhaus der Naumanns in Mangelsdorf bei Jerichow erhalten haben, darunter sehr bemerkenswerte Gemälde Erhard Naumanns: Ansichten von Halle, Landschaftsgemälde aus dem Harz und Strandbilder, die zeigen, dass das Paar auch nach 1951 an der Ostsee weilte und dort arbeitete. Ein Strandbild aus den frühen 1950ern konnte das Kunstmuseum Ahrenshoop 2014 für seine Sammlung erwerben. Arbeiten auf Papier kommen hinzu: die besagten studentischen Studien und später entstandene Landschaften, Stillleben und Porträts, meistens farbig als Aquarell, Gouache und Pastell, gelegentlich aber auch mit Feder, Kreide oder Bleistift gezeichnet. Ein paar sensible Porträtskizzen Sibylle Naumanns und einige ihrer Bronze-Skulpturen kommen hinzu: Bäuerinnen, Pferd mit Reiter und das Pferd für sich allein als ausdrucksstarke Kreatur.

20. Juni – 16. Oktober 2016 | Fischlandhaus Wustrow

Mittelland – Fotografie von Göran Gnaudschun

Göran Gnaudschun | Lilli, Bemerode aus: Mittelland

Öffnungszeiten:
täglich

  


10 – 16 Uhr

 

Eröffnung 
Sonntag, dem 19. Juni 2016, 15 Uhr

 

Einführung
Gerlinde Creutzburg, Direktorin Künstlerhaus Lukas

Musik
Margreta Häfer, Violoncello u. Benjamin David, Violine

Der aus Potsdam kommende Göran Gnaudschun ist im Juni Stipendiat im Künstlerhaus Lukas. Der Aufenthalt wird gefördert von der Gemeinde Wustrow und dem Dorint-Hotel Wustrow. Teil der Förderung ist eine Ausstellung im Fischlandhaus Wustrow, die in Kooperation von Kunstmuseum Ahrenshoop und Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop kuratiert und betreut wird.

Gezeigt wird die neue Portraitserie „Mittelland“, die im vergangenen Jahr in Hannover entstand. Göran Gnaudschun wollte Normalität fotografieren – er fand sie in Hannover, der gefühlten Mitte des westlichen Europas. Auf der Suche nach dem Inneren der Gesellschaft ist er bei den einzelnen Menschen gelandet. Alle für sich eigen, sehr verschieden mit ihrer Prägung, ihrer Haltung zum Leben, ihren Wünschen und Erwartungen. Frauen und Männer aller Altersstufen, Kinder und Jugendliche schenkten dem Fotografen ihr Vertrauen und standen ihm Porträt in ihrem privaten Umfeld, auf Straßen und Plätzen.

Göran Gnaudschun möchte nicht die jeweiligen Menschen charakterisieren und auf narrativer Ebene ihre Eigenheiten erkennbar machen. Vielmehr geht es ihm darum, etwas Tieferliegendes, allgemein Menschliches freizulegen. Der lange, intensive Portraitprozess verändert die Menschen und lässt sie etwas offenbaren, das sich beeindruckend und berührend in Gnaudschuns Bildern wiederfindet. Es wird eine seltene Nähe, ein Gleichklang zwischen ihnen spürbar – als ginge es in jedem Bild ums Ganze, um die Gegenwart und das Dasein.

Der 1951 geborene Göran Gnaudschun gehört nicht nur in Brandenburg zu den interessanten Stimmen künstlerischer Fotografie. Er begreift sich als Porträtist in der Nachfolge eines postdokumentarischen Stils. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Professor Tim Rautert und erhielt den Rom-Preis der Deutschen Akademie Villa Massimo für das kommende Jahr.

14. März - 12. Juni 2016 | Fischlandhaus Wustrow

Gerlinde Creutzburg. Zeichnen. Im Labyrinth

Gerlinde Creutzburg | Niemand ist Unerwünscht – nicht nur ein Hotel für Washington Ritter
gewidmet Wolfgang Koeppen und seinem Roman »Tauben im Gras« und
den Flüchtlingen vor Krieg und Armut | Siebdruck, Kaltnadelradierung,
Acryl | 2013 / 2016 | 75 x 105 cm
Gerlinde Creutzburg | Washington Ritter - für Wolfgang Koeppen und seinen Roman 'Tauben im Gras' | Siebdruck, Aquarell, Radierung | 2012

Zeichnung, Grafik und Künstlerbücher

 

Öffnungszeiten:
Mo, Di
Do
Fr–So und Feiertage

  


10–12 u. 14–17 Uhr
10–12 u. 14–18 Uhr
11–16 Uhr

 

Eröffnung 
Sonntag, dem 13. März 2016, 15 Uhr

Musik | Yasmin Kellou, Akkordeon

Einführung | Dr. Katrin Arrieta

Gerlinde Creutzburg ist nicht nur durch ihr künstlerisches Werk über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns bekannt. Gerade wurde sie aus dem Neuen Kunsthaus nach 22 Jahren interessanter internationaler Ausstellungstätigkeit verabschiedet. Im Künstlerhaus Lukas widmet sie sich weiterhin den länderübergreifenden kulturellen Verbindungen der Künste.  Aber auch ihre künstlerische Arbeit ruhte nicht in dieser Zeit.

Das Fischlandhaus Wustrow und das Kunstmuseum Ahrenshoop widmen dem zeichnerischen Werk Gerlinde Creutzburgs eine Einzelausstellung. Die 1955 in Berlin geborene und in Thüringen aufgewachsene Künstlerin lebt seit nunmehr 40 Jahren in Langendamm am Saaler Bodden. Ihre enge Verbindung zu AutorInnen u.a. Friederike Mayröcker, Oscar Pastior, Jürgen Becker oder Inger Christensen regten Sie an, immer wieder Künstlerbücher in kleinster Auflage entstehen zu lassen. Aber auch in ihren auf der schwedischen Insel entstandenen Frottagen spielte wie in ihrem grafischen Schaffen die gezeichnete Linie eine besondere Rolle. Diese hat sich in den Arbeiten der letzten Jahre zu großformatigen labyrinthartigen Zeichnungen verdichtet. Geradezu gegensätzlich scheinen die in einer Auswahl ebenso gezeigten großen farbigen Holzschnitte zu stehen, die sich dennoch auf die unverkennbare Formensprache der Künstlerin beziehen. Die Werke von Gerlinde Creutzburg befinden sich in namhaften Sammlungen, u.a. dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, dem Schiller Nationalmuseum Marbach oder der Sammlung der Deutschen Bundesbank.

19. Oktober 2015 - 5. März 2016 | Fischlandhaus Wustrow

Das Leben der Hedwig Woermann (1879-1960)

Hedwig Woermann | Selbstporträt um 1927 (Lebendmaske aus Gips) | Privatbesitz
H. Woermann beim Malen | um 1953
H. Woermann
H. Woermann | 1914

Öffnungszeiten:
Mo, Di
Do
Fr–So und Feiertage
21.–24.12.2015

  


10–12 u. 14–17 Uhr
10–12 u. 14–18 Uhr
11–16 Uhr
geschlossen

Eröffnung am Sonntag, dem 18. Oktober 2015, 15 Uhr

 

In seiner Herbstausstellung zeigt das Fischlandhaus Wustrow eine durch Kunstwerke reich illustrierte, umfassende Dokumentation zum Leben der norddeutschen Malerin Hedwig Woermann (1879-1960). Woermann hat von 1920 an bis zu ihrem Tod mit Unterbrechungen im Haus „Storchnest“ in der heutigen Parkstraße 6 in Wustrow gelebt. Durch ihre eigenwillige Persönlichkeit und den exotischen Zauber des in ihrem Haus betriebenen „Museum Woermann“ ist sie manchen Wustrowern noch im Gedächtnis. Die wenigsten jedoch wissen Näheres über das bewegte Leben dieser außergewöhnlichen Frau und Künstlerin. In jahrelanger, akribischer Forschung hat die selbst seit vielen Jahren in Wustrow ansässige Historikerin Dr. Renate Billinger-Cromm dieses Leben nun ausführlich rekonstruiert. Ihre eben in Fischerhude erschienene Woermann-Biografie ist zwar nicht die erste Arbeit über die Künstlerin, stützt sich aber auf eine ganze Reihe neu aufgefundener Quellen. Das Buch schließt nicht nur eine Forschungslücke, sondern räumt auch mit Schieflagen und Irrtümern in der bisher gängigen Bewertung Hedwig Woermanns auf.

 

Die Ausstellung im Fischlandhaus Wustrow basiert auf der Woermann-Biografie von Renate Billinger-Cromm und wurde von ihr in bewährter Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop kuratiert. Neben den Schautafeln zum Lebensweg der Woermann und Malerei von ihrer Hand sind auch Werke und Werkreproduktionen ihr befreundeter Künstlerinnen und Künstler  - wie Ottilie Reylaender und Walter Spies – zu sehen. Es entsteht das Bild einer modernen, unabhängig denkenden, kosmopolitisch eingestellten, leidenschaftlich - dabei überaus mitmenschlich - fühlenden und künstlerisch hoch ambitionierten Persönlichkeit.

 

Zu Hedwig Woermann

Als Tochter des Hamburger Reeders Adolph Woermann geboren, studiert Hedwig Woermann nach einem kurzen Aufenthalt in Worpswede in Paris Bildhauerei bei Emile Antoine Bourdelle, einem der damals namhaftesten Vertreter seiner Zunft in Europa. Sie geht danach nach Rom, wo sie dem Freundeskreis um Karl Hofer angehört. Wieder in Frankreich, siedelt sie sich in Sceaux südwestlich von Paris an und ist bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Ausstellungen erfolgreich vertreten. Der Kriegsausbruch zwingt sie zur Flucht und bringt den Verlust ihres gesamten bisher geschaffenen Werkes mit sich. In Dresden, wohin sie sich zuerst wendet, geht sie zur Malerei über. Dort, wie auch später in Wustrow, führt sie ein offenes, gastfreundliches Haus, in dem bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit verkehren. Jahrelang korrespondiert sie mit dem Dichter Rainer Maria Rilke. In den 1930er Jahren ist sie mehrmals in Paris und versucht einen Neuanfang in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Aber die Zeitumstände sind der Kunst nicht günstig. Sie muss nach Deutschland zurückkehren, wird durch den Krieg geschädigt und verbringt ihre letzten Jahre einsam und verarmt in Wustrow. Ein großer Teil des Werkes aus ihrem Nachlass befindet sich heute in der Kunstsammlung des Landkreises Vorpommern-Rügen.

22. Juni - 11. Oktober 2015 | Fischlandhaus Wustrow

Malen mit Licht: Fotoausstellung über Darßer Natur in der Galerie Fischlandhaus Wustrow

Hartmut Sporns | Boddenengelwurz und Wustrower Kirche
Hartmut Sporns | Windflüchter am Darßer Weststrand

Öffnungszeiten:
täglich

  


10 - 16 Uhr


Eröffnung am Sonntag, dem 21. Juni 2015, 15 Uhr

Anlässlich des 25-jähirgen Jubiläums des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft präsentiert die kommunale Galerie Fischlandhaus Wustrow in einer Sommerausstellung die Naturfotografien von Hartmut Sporns. Arbeiten weiterer Fotografen komplettieren diesen einzigartigen Querschnitt der vielfältigen Darßer Naturlandschaft.

In seinen Bildern präsentiert Hartmut Sporns die besondere Tier- und Pflanzenart des Darß. Sein fotografisches Werk dokumentiert die Begegnungen in einer großen Anzahl porträthafter Aufnahmen aus Flora und Fauna des Nationalparks. Auch das Spektrum der Boddenlandschaft von Wustrow bis Hiddensee mit ihrer jahreszeitlich wechselnden Stimmungen und der besonderen Atmosphäre findet Eingang in seine Fotografie.

Die Ausstellung regt zu einem ausgedehnten, entdeckungsreichen Spaziergang durch die von Sporns und Kollegen gehüteten und bildhaft dokumentierten Biotope des Nationalparks an. Sie entstand in der bewährten Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.  

Über Hartmut Sporns:
Hartmut Sporns gehört zu den Vorkämpfern, Begründern und Verfechtern des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Er setzt sich für die Naturschutzbestimmungen zum Erhalt und der Wiederansiedlung von heimischen Tier- und Pflanzenarten ein. 1951 in Schwerin geborene, war Sporns lange Zeit im Küstenschutz auf dem Darß tätig, bevor er in den Jahren 1990 bis 1995 als Aufbauleiter für den Nationalpark wirkte. Von seinem Wohnort Wustrow aus hat Hartmut Sporns den Nationalpark mit dem Fotoapparat durchstreift – von jener Aufbauzeit bis heute.

30. März - 14. Juni 2015 | Fischlandhaus Wustrow

Friedrich Wilhelm Fretwurst – Zeichnungen

Öffnungszeiten:
Mo, Di
Do
Fr-So, feiertags

  


10 - 12 und 14 - 17 Uhr
10 - 12 und 14 - 18 Uhr
11 - 16 Uhr

In seiner diesjährigen Frühjahrsausstellung zeigt das Fischlandhaus Wustrow Zeichnungen des 1936 in Althagen geborenen Friedrich Wilhelm Fretwurst. Der über die Region hinaus bekannte und geschätzte Künstler lebt seit 1997 im Haus seiner Eltern in Dändorf. Nach einem Studium der Kunsterziehung in Greifswald hat er in den 1960er Jahren freie Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert und danach viele Jahre in Berlin gelebt. Sein Schaffen ist geprägt von der Berliner Schule und ihrer hohen Zeichenkunst, wie sie etwa das Werk Dieter Goltzsches repräsentiert. Es lebt aber auch sehr stark von der lokalen Motivwelt der Ostsee- und Boddenlandschaft, die den Charakter seiner zeichnerischen Handschrift mit bestimmt.In den drei Jahrzehnten, die Fretwurst in Berlin zu Hause war, ist er immer schon gerne in Häfen und auf Schiffen unterwegs gewesen, hat sich künstlerisch am Maritimen erprobt und entwickelt. Der Strand mit seinen Ausblicken aufs Meer, die Abbruchkanten der Steilküste mit ihren wechselnden Anblicken, die Boddenhäfen mit dem dichten Treiben auf den Fischerbooten und während der sommerlichen Regatten reizen ihn stets aufs Neue zur bildhaften Gestaltung mit Feder, Zeichenstift und Pinsel. Schiffsrümpfe, Segel, Seile, Schirme, die Menschen dazwischen und den Himmel umher erfasst sein feinnerviger Feder- oder Pinselstrich auf eine leichte, sparsame Art, die die Raum-, Form- und Lichtverhältnisse treffsicher einfängt.

 

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

20. Oktober 2014 - 22. März 2015 | Fischlandhaus Wustrow

Helene Bradhering | Herbstzeitlose | 1930er Jahre | Fotografie

herbstzeitlose

Helene Bradhering. Historische Fotografien im Dialog mit Aquarellen von Friederike Schubert-Ruthenberg und Gisela Stenzel

 

Öffnungszeiten:
Mo, Di
Do
Fr-So, feiertags
am 24.12.2014

  


10 - 12 und 14 - 17 Uhr
10 - 12 und 14 - 18 Uhr
11 - 16 Uhr
geschlossen

 

Eröffnung am Sonntag, dem 19. Oktober 2014, um 15 Uhr

 

Die diesjährige Winterausstellung im Fischlandhaus vereint künstlerische Arbeiten dreier Frauen. Im Vordergrund steht das fotografische Werk der Wustrowerin Helene Bradhering (1894-1982). Die Kapitänstochter hatte sich autodidaktisch zur Fotografin ausgebildet und unterhielt ab 1936 in der Parkstraße 7 ein eigenes Fotoatelier, wo ihre anspruchsvollen Porträtaufnahmen und Stilleben entstanden. Den Hauptteil ihres Werkes aber bilden Aufnahmen von Land und Leuten ihrer näheren und ferneren Lebensumgebung: vom Fischland, von Städten und Dörfern Mecklenburgs und Vorpommerns, von fernen Gegenden in Deutschland und der weiten Welt, die sie als junge Frau vor dem Zweiten Weltkrieg per Dampfschiff bereiste: den Orient, den Süden, Osten und Westen Europas. Es sind Fotos, die von starker innerer Beteiligung, vom Angeregtsein durch den Atem fremden Lebens und Treibens, von differenzierter Beobachtungsgabe und einem feinen Gefühl für Komposition und malerische Wirkungen zeugen. Eine Reihe fotografischer Motive Helene Bradherings wurden als Postkarten bekannt und in den Mecklenburgischen Monatsheften veröffentlicht.

 

In den Ausstellungszusammenhang sind, gleichsam als malerische „Interventionen“, Aquarelle zweier Künstlerinnen eingestreut, die wie Helene Bradhering mit der Küstenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns verbunden sind und deren hohes Lebensalter einen ähnlich retrospektiven Blick auf die Schaffenszeit ihrer Jugend rechtfertigt: Friederike Schubert-Ruthenberg (*1922) und Gisela Stenzel (*1926), beide durch ein künstlerisches Hochschulstudium gegangen und durch Arbeitsjahre in Greifswald und Stralsund geprägt. Die meisten der gezeigten Blätter entstanden in der frühen Nachkriegszeit. Motivisch korrespondieren sie mit den Fotografien. Im Kontrast beider Kunstformen zeigen sich der Unterschied und das jeweils Besondere der fotografischen und malerischen Ambition. Nicht zuletzt wird aber auch ein Sprung im Zeitgeist spürbar, der die Werke der um eine Generation jüngeren Malerinnen von denen Helene Bradherings trennt.

 

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

23. Juni - 12. Oktober 2014 | Fischlandhaus Wustrow

patio | 2009 | Pigmente und Acryl auf Bütten
toulouse | 2004 | Pigmente, Acrylbinder auf Bütten
o.T. | 2006 | Pigmente, Acrylbinder auf Bütten

Patio. Sabine Herrmann | Malerei

Zum Zeitpunkt der Ausstellung hielt sich Sabine Herrmann als berufene Stipendiatin des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop auf. Der Aufenthalt wurde vom Dorint-Hotel und der Gemeinde Wustrow gefördert und schloß die Präsentation aktueller Arbeiten der bekannten Berliner Malerin in dem Wustrower Ausstellungshaus ein.

1961 in Meißen geboren, ist Sabine Herrmann im Osten Berlins aufgewachsen, hat ihre künstlerischen Prägungen dem von Angespanntheit, Experimentierlust und solidarischer Aufbruchsstimmung erfüllten schöpferischen Geschehen innerhalb der nachgewachsenen Generation in der DDR der 80er Jahre zu verdanken und steht in der Kunstszene des heutigen Berlins für eine malerische Haltung von beeindruckender handwerklicher Solidität und einer starken, durchaus politischen, aber kontemplativ geläuterten Weltergriffenheit, die sich auf umstandslose Art in einfachen Bildformeln vermittelt. Die Kraft der Zeichen erwächst in ihrer Kunst aus der berückenden Synthese transparent gehaltener Farbgebiete zu übergreifenden, zur sphärischen Vision sich steigernden und mit poetischer Empfindung aufgeladenen Formen und Formandeutungen, deren ruhiger Präsenz und überlegenem Ausbalanciertsein als gleichsam schwebendes Gesamtkonstrukt. Sie erweist sich damit als eine Künstlerin in der besten Tradition der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.

 

Weitere Informationen über Sabine Herrmann finden Sie auf ihrer Internetseite.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

 

 

24. März - 15. Juni 2014 | Fischlandhaus Wustrow

13.12.99 Hintersee. (Ausschnitt aus einem Brief), Tusche, Aquarell, Farbstift, Feder auf Kalenderblatt
Dietrich Oltmanns, o.T., aus der Serie „Gärten & Lauben“, 1990
Hintersee, 21.12.99, Acryl, Kreide, Tusche, Farbstift, Feder auf weißem Papier
Bildbrief an Artur Kulak, 21.11.99, Kreide, Tusche, Pinsel auf weißem Papier
Lilienthal, 2009, Pflaume geschwärzt
Gefallener Engel, 2012, Eiche geschwärzt

Hartmut Hornung – BILDBRIEFE AN ARTUR KULAK UND SKULPTUREN

 

Die Galerie Fischlandhaus Wustrow zeigt in ihrer neuen Frühjahrsausstellung Bildbriefe und Skulpturen von Hartmut Hornung (*1952). Der seit 1984 in Ludwigshof (Ahlbeck) lebende Künstler lehrt seit vielen Jahren am Fachbereich Architektur der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Er ist als Maler, Grafiker und Bildhauer gleichermaßen produktiv und gehört zu den namhaften, auch überregional wirkenden Künstlerpersönlichkeiten Mecklenburg-Vorpommerns.

 

Mit den Bildbriefen an Artur Kulak präsentiert er sich erstmals mit einer bisher ausschließlich privat adressierten und zur Kenntnis genommenen Werkgruppe. Die etwa 50 gemalten Briefe in überwiegend großen Formaten entstanden über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren. Ihr Empfänger, ein Münchener Kunstliebhaber und -sammler, der langjährig im Verlagsgeschäft tätig gewesen war, hatte Hornung 1989 kennengelernt und zu dieser Form handschriftlicher Mitteilung angeregt. Der Charakter der Briefe zeugt von einer menschlichen Beziehung zwischen Sender und Empfänger, die sich, obwohl sie von räumlicher Entfernung und mentaler Differenz geprägt war, als von starken Emotionen getragen und ungewöhnlich belastbar erwies. Die Korrespondenz ist insofern auch ein Dokument gelungener Reibung verschiedener Kulturauffassungen im zusammenwachsenden Deutschland und mutet vor dem Hintergrund des bevorstehenden 25-jährigen Jubiläums des Falls der Berliner Mauer besonders brisant an. Dem expressiven Auftritt der Bildbriefe, wo das Geschriebene vor der Überlegenheit der Malerei immer weiter zurückweicht und an Bedeutung verliert, kann man sich kaum entziehen. Das Bildhafte nimmt ein, ja bezwingt im Sinne einer von der Missverständlichkeit der Worte befreiten Kommunikation. In der Ausstellung wird dieser Wirkungsaspekt der Briefe durch die Anwesenheit der teilweise farbig bemalten Skulpturen Hartmut Hornungs noch einmal unterstrichen.

 

Artur Kulak hat die in seine Kunstsammlung eingegangenen Bildbriefe Hartmut Hornungs für die Ausstellung zur Verfügung gestellt und durch sein finanzielles Engagement den Druck eines Kataloges ermöglicht, der vom Kunstmuseum Ahrenshoop herausgegeben wird und zur Eröffnung im Fischlandhaus Wustrow vorliegt.

 

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

21. Oktober 2013 - 16. März 2014 | Fischlandhaus Wustrow

Rudolf Franke, Der Sturm im Chaosmos, 1994, Privatbesitz
Dietrich Oltmanns, o.T., aus der Serie „Gärten & Lauben“, 1990
Rudolf Franke, Gesträuch in Wassernähe, 1978, Kunstmuseum Ahrenshoop
Rudolf Franke, o.T. / Strukturen, 1969, Kunstmuseum Ahrenshoop

Rudolf Franke: OFFENBARES GEHEIMNIS.

Arbeiten auf Papier

 

Der Erfurter Grafiker Rudolf Franke (1925-2002) und seine Frau Ilse waren in den 1950er Jahren mit dem Wustrower Malerehepaar Erich Theodor Holtz und Hedwig Holtz-Sommer freundschaftlich verbunden und wiederholt als Sommergäste auf dem Fischland. Die Ausstellung gibt indessen ein umfassenderes Bild vom Werk Frankes, das sich im kleinen Format auf Papier in Arbeiten von berückender Farbigkeit und komplexer grafischer Strukturierung erfüllte. Seine meistens in der Technik des Linoldrucks realisierten Blätter sind oft Einzelstücke mit bis zu zwölf übereinander gelegten Zuständen, gelegentlich noch weiter übermalt und mit Collageelementen angereichert. In seiner Heimatstadt Erfurt war Rudolf Franke ein charismatischer akademischer Lehrer und Initiator einer kulturellen Infrastruktur für unangepasste Künstler. Er war Mitbegründer und Leiter der „Erfurter Ateliergemeinschaft“, die ab 1963 ein eigenständiges Forum für Ausstellungen und darüber hinausgehenden geistigen Austausch bot. Hier zeigten Kollegen wie Gerhard Altenbourg, Hermann Glöckner und auch Roger Loewig ihre Arbeiten. Rudolf Franke selbst positionierte sich künstlerisch in ihrer Nähe.

 

Als passionierter Kunstsammler stand er außerdem in einem tiefgehenden imaginären Dialog mit von ihm verehrten Meistern der Moderne. Seinen Studenten im Fach „Künstlerische Praxis“ an der Pädagogischen Hochschule Erfurt vermittelte Franke nicht nur seine Arbeitstechniken, sondern ließ sie an seiner geistigen Welt teilhaben. Die im Fischlandhaus Wustrow gezeigten Arbeiten Frankes aus der Sammlung des Kunstmuseums Ahrenshoop und aus privatem Besitz lassen das Universum dieses Feinsinnigen lebendig werden.

 

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.